Der grosse Überblick: Update 2024 - 2026
Mein nächster Artikel lässt noch etwas auf sich warten – aber nicht, weil nichts passiert ist. Im Gegenteil:

Die letzten zwei Monate haben es in sich gehabt, und ich nehme euch kurz mit, bevor ich euch, wie im letzten Beitrag versprochen, von der Vollpension in Wien und ihrer Wirkung auf die Stadt erzähle.
Ich bin unterdessen schon wieder 2 Monate in der Schweiz. Ab August 24 arbeitete ich im Diakonenhaus Greifensee als Betreuerin. Es gefiel mir so gut, dass ich den befristeten Vertrag mehrfach verlängerte – und mich schliesslich für eine unbefristete Anstellung entschied. Wenige Monate später, im Herbst 25, dann die Ansage: "Das Diakonenhaus schliesst im Frühling."
Während der Zeit im Diakonenhaus wünschte ich mir öfters, pflegerisch fundierter handeln zu können. Bei der ASB Academy buchte ich deshalb anfangs 26 den Kurs für Pflegehilfe. Das passte während der Abschlussarbeiten im Diakonenhaus gut in meinen Alltag, weil ich 60 Lektionen von zu Hause aus erarbeiten konnte.
Nach meiner Reise durch Rumänien und Moldavien absolvierte ich im Juli 26 in Breitenbach (BL) ein Praktikum in der Pflege. Die regionale Veränderung nahm ich in Kauf, weil ich zwei Dinge wollte: in einer auf Demenz spezialisierten Abteilung arbeiten und in meiner Freizeit den Jura geniessen.
Direkt danach bekam ich ein befristetes Stellenangebot in einem Wohnheim für hirnverletzte Menschen. Gesucht hatte ich eine Stelle im Jura – gelandet bin ich in St. Gallen. Haha. Zum Glück bin ich ja national. 😄
Nun pflege ich seit 1,5 Monaten Menschen, die schwer beeinträchtig sind. Es ist eine schwierige und eine wertvolle Erfahrung. Die Schicksale dieser Menschen sind hart: Fast alle brauchen einen Rollstuhl. Manche können nur noch den Kopf bewegen. Einigen können sich kaum mehr mitteilen.

Diese Pflege habe ich zum Entsetzen meiner Kolleginnen letzthin als "Männerjob" bezeichnet; denn sie ist körperlich extrem anstrengend. Als gelernte "Gastro-Frau" bin ich das Heben von schweren Töpfen und Mehlsäcken gewohnt. Doch das hier ist eine ganz andere Hausnummer: nur wenige Patienten können auf ihren Beinen stehen. Die meisten können auch ihre Arme und den Oberkörper nicht bewegen. Und doch sind alle fit im Kopf und wollen am Morgen "aufstehen" und abends ins Bett "gehen", zwischendurch ein Mittagsschläfchen halten, sich anziehen, duschen, die Toilette aufsuchen, essen, trinken und arbeiten gehen - alles Dinge, die sie tun wollen, für die sie aber die Hilfe von uns Pflegenden brauchen.

Ende Oktober läuft meine Stelle aus, und ich werde nicht verlängern – stattdessen packe ich ab November die nächste Reise an. Damit schlage ich gleich 4 Fliegen mit einer Klappe:
- Fliege 1 – raus aus dem kalten Winter.
- Fliege 2 – Serbien & Albanien erkunden.
- Fliege 3 – in Rumänien Kontakte pflegen zum "Haus für vergessene Kinder".
- Fliege 4 – Zeit haben für eine Online-Weiterbildung.
Diese Weiterbildung soll mein Leben internationaler ausrichten: denn ich will in Zukunft von unterwegs arbeiten können, damit ich mir mehr von der Welt ansehen kann. Ausserdem scheint es mir notwendig, je nachdem wie sich Europa entwickelt, einen Plan B zu haben.
Einen Plan A ab Februar 27 habe ich allerdings noch nicht. Die Idee, in einem Wohnheim im Jura zu arbeiten, lässt mich nicht los. Aber ich würde mir auch sehr gern Asien und Südamerika ansehen. Nun, es wird sich in der Online-Weiterbildung zeigen, wie ich finanziell vorankomme – davon hängt ab, wie lange meine Reise dauern wird.
Genug von mir – bald erzähle ich euch noch mehr von meiner letzten Reise und der Vollpension in Wien, die ihr unbedingt besuchen solltet, wenn ihr einen herzerwärmenden Ort und sagenhaft guten Kuchen oder luftige Buchteln mit Vanillecreme wie von Oma geniessen wollt.
Bis bald!
