Von Burg zu Burg auf Wohnungssuche

31.12.2021

Eine Erkundung des östlichen Portugal

Dass Portugal ein "Burgenland" ist, habe ich erst auf dieser Reise entdeckt.  Wir waren unterwegs um das östliche Portugal zu erkunden um uns einen Wohnsitz in Portugal zu suchen. 

Die Hauptfrage war: in welcher Region möchten wir leben? Wo gefällt uns im Sommer und Winter das Klima und das Umfeld? 

Beinahe hätte Corona uns einen Strich durch die Reisepläne gemacht. Aber es hat dann doch geklappt und wir haben in 10 Tagen den mittleren und südlichen Osten von Portugal erkunden können.

Das Castelo in Alegrete
Das Castelo in Alegrete

5 Highlights im Osten Portugals

Dabei haben wir viel Schönes entdeckt. 5 Highlights von dieser Reise stelle ich Dir vor und lade Dich ein zum Entdecken von Gassen und Gässchen und zu herrlichen Ausblicken von Portugals Burgen.

Und ja - wir hätten beinahe unser Traumhaus gefunden. Wir waren ganz nah dran. Dass ist ein super-Gefühl, dass wir es in so kurzer Zeit fast geschafft hätten. Doch dazu weiter unten mehr (inkl. Bilder).


Grosse Panne gleich zu Beginn...

Am 27. November trafen wir spät abends in Faro ein und machten uns sogleich auf die Suche nach Europcar, um das reservierte Auto in Empfang zu nehmen. 

Antonio hatte im Vorfeld abgeklärt, ob seine - etwas spezielle - Kreditkarte akzeptiert wird. Dies wurde schriftlich bestätigt. Doch nun standen wir mitten in der Nacht am Schalter - und die Karte wurde doch nicht akzeptiert! Selbst Barzahlung war nicht möglich.

Die Übernachtungen für die ersten Nächte waren gebucht. Die erste Woche und die Rückreise geplant. Ohne Auto war all unsere Pläne hinfällig. Was nun?


...und eine Lösung

Zumindest konnte der Mitarbeiter von Europcar uns auf einen lokalen Autovermieter bei "P4" hinweisen. Der würde, so vermutete er, Barzahlung annehmen. So war es denn auch. Innerhalb einer halben Stunde bekamen wir, kurz vor Betriebsschluss, einen Wagen zu einem sehr guten Preis. 

unser Auto
unser Auto

Und: weil Antonio belegen konnte, dass er eine falsch Information erhalten hatte, wurde die kurzfristige Stornierung  10 Tage später von Europcar akzeptiert - ohne weitere Kosten.

Allerdings war unsere Planung trotzdem dahin. Denn wir konnten das Auto nicht, wie geplant in Lissabon abgeben, sondern mussten es wieder nach Faro zurückbringen. Bedeutete: viele zusätzliche Kilometer, viel mehr Fahrzeit und eine zusätzliche Zugreise von Faro nach Lissabon. Also: weniger Zeit für unsere Entdeckungsreise durch Portugals Osten.

Faro zum Zweiten

Am nächsten Morgen begrüsste uns Faro zwar mit frischen Temperaturen, aber mit Sonne. DAS war etwas ganz anderes als die feuchte Kälte, die in den letzten Wochen in Deutschland geherrscht hatten. 

Blick aus dem Hotelzimmer zum Flughafen Faro
Blick aus dem Hotelzimmer zum Flughafen Faro

Im kühlen Nordrhein-Westfalen hatte ich beim Schlafengehen das Gefühl gehabt mein Pijama und die Leintücher seien nicht nur kalt, sondern auch feucht... iiii :-(

Kaffeetrinken beim Jachthafen im Zentrum von Faro
Kaffeetrinken beim Jachthafen im Zentrum von Faro

Wie erhofft, konnte ich Antonio zeigen, in welchen beiden Häusern ich während der ersten Corona-krise gelebt hatte. 

Wir spazierten durch die Altstadt, ich genoss es wieder das Klappern der Störche zu hören und wir tranken bei herrlich-angenehmen, aber windigem Wetter im Hafen eine Tasse Kaffee. 

Eines fand ich allerdings seltsam: die Bäume, die damals im Sommer ein Lila Blühtenkleid trugen, waren jetzt grün, dafür aber weihnachtlich geschmückt, trotz frühlingshaften Temperaturen.


Die Erkundungstour beginnt

Nach dem Stadtbummel  fuhren wir der südlichen Küste entlang, fast bis an die spanische Grenze. Dabei fanden wir etwas Zeit für ein Picknick am Meer. Welch ein Ausblick!

Wir verliessen den Küstenweg und fuhren nach Norden. Fest eingeplant war dabei etwas Zeit, um uns das besondere Städtchen  Mertola anzusehen.

Mertola - muss man gesehen haben, heisst es

Hässlich ist Mertola nicht, das ist sicher. Die Burg, die Brücken, der Fluss, die Hügel alles ganz hübsch.  
Mertola
Mertola

Aber uns packte es nicht. Vielleicht hatten wir an diesem ersten Tag einfach schon zu viele Stunden im Auto gesessen und zu viel an uns vorbeiflitzen sehen?

Wir fuhren jedenfalls recht schnell weiter Richtung São Marcos do Campo, wo wir für zwei Nächte eine kleine Wohnung via airbnb gebucht hatten. Dennoch trafen wir mit 2 Stunden Verspätung ein. Der kurvenreiche Weg hatte sich viel länger dahingezogen als vorgesehen und trotz GPS (und wegen GPS!) hatten wir uns mehrmals verfahren.

In São Marcos do Campo gibt es fast nichts. Nur ein paar Häuser. Doch die Lage des Ferienhäuschens war gut, um die nächsten Tage die Umgebung zu erkunden. 

Highlight 1: Bibliothek in Reguengos de Monsaraz 

Im 10 km weit entfernten, grössenen Ort namens Reguengos de Monsaraz schauten wir uns als Erstes um. Aus purer (Bücherwurm-) Gewohnheit öffnete ich die schwere Holztür, als ich das Schild der Stadtbibliothek entdeckte und staune nicht schlecht über den prächtigen Anblick.

Der imposante Eingang
Der imposante Eingang
Typisch portugiesisch:  Azulejos, bunt gestaltete Keramikkacheln
Typisch portugiesisch: Azulejos, bunt gestaltete Keramikkacheln
Der Lesesaal
Der Lesesaal

Als wir allerdings nach der Café-Bar fragten, erhielten wir eine abschlägige Antwort: geschlossen wegen .... na Du weisst schon (das Wort beginnt mit C). 

Trotz Corona wurden wir freundlich hereingebeten und durften uns alle Räume ansehen. Auch einige geschichtliche Details wurden uns mitgegeben. Das kam mir ganz unnatürlich vor. Ich habe mich in Deutschland so daran gewöhnt, dass alles Kulturelle verschlossen bleibt und man überall abgeweisen wird.

Wandmalerei
Wandmalerei
reich verzierte Decke
reich verzierte Decke

Aber auch das war kein Unglück. Bei der weiteren Stadtbesichtigung stiessen wir auf eine Bäckerei mit Café und genossen das typisch portugiesische Gebäck, das ich schon seit meiner ersten Portugalreise kenne: Pastel de nata. Ich war zufrieden und fühlte, dass ich in Portugal angekommen bin. 

Pastel de Nata, Blätterteiggebäck mit Vanillecremefüllung - oder so ähnlich
Pastel de Nata, Blätterteiggebäck mit Vanillecremefüllung - oder so ähnlich


Erste Wohnidee: Portel

Eigentlich waren wir auf dem Weg nach Beja, einer Stadt die Antonio selbst noch nicht kannte. Doch von der Autobahn aus erschien uns die Burg und das Städtchen von Portel interessant. Wir nahmen die nächste Ausfahrt und steuerten auf die Stadt auf der kleinen Anhöhe zu. 

Die Burg lädt zum Spazieren und Entdecken ein - ich wusste genau, das ist ein Ort an dem mein Entdeckergeist und meine Bewegungsfreude voll auf ihre Kosten kommen würden. Wir sind uns einig: Portel ist eine denkbare Variante.   



Die Umgebung von Portel ist grün, nicht ganz flach. Die Gassen und Gässchen sind schmal und so eng verwinkelt, dass ich um die Rückspiegel des Mietautos fürchtete. Alles ging gut. Aber wir wurden geschüttelt wie ein Milchshake - Kopfsteinpflaster...

Statue auf dem Platz vor der Burg
Statue auf dem Platz vor der Burg

Beja - gross,sehr gross, zu gross

Schon als wir die Stadt aus der Ferne sahen, sagte ich: "Ui, das ist gross". Und es zeigte sich rasch: diese Stadt ist für uns nicht geeignet. Zu dicht, zu flach, zuwenig anregend um sich draussen zu bewegen. 

Blick von der Burg in Beja
Blick von der Burg in Beja
Porco preto - das besondere Fleisch aus dem Alentejo
Porco preto - das besondere Fleisch aus dem Alentejo

Aber es war ein Vergnügen die Burg zu erkunden: Dank einer steilen, engen Wendeltreppe konnten wir hoch in den Turm hinaufsteigen und weit übers Land blicken.

Doch besonders genossen wir es, (endlich) wieder einmal essen gehen zu können. Bei der Wahl des Restaurants hielten wir uns - natürlich - an die portugiesische Küche: Antonio ass irgendeine Art Eintopf mit weissen Bohnen und Tintenfisch (nix für mich!) und ich testete "Porco preto" das Fleisch von den schwarzen Schweinen aus dem Alentejo, das so viel gesünder sein soll, weil diese Tiere unter den Eichen aufwachsen. Das Fleisch war wirklich etwas Feines und ich amüsierte mich einmal mehr darüber, dass es Pommes und Reis in Kombination gibt. 

Und wieder mal Corona-Alarm...

Am nächsten Morgen staunte ich nicht schlecht - die Schweizer Regierung schickte mir eine Mail mit der Info, dass Portugal per sofort auf der Quarantäneliste steht. Ich müsste sofort in die Schweiz zurückreisen und die 10-tägige Quarantäne hinter mich bringen. Nur so würde ich 11 Tage später in Disentis meine Saisonstelle antreten können. Schock.

Es war ein merkwürdiges Dejà-vu. Als ich im 24. Februar 2020 das erste mal nach Portugal reiste, begann sich gerade das Coronavirus im Tessin auszubreiten und 14 Tage nach meiner Einreise in Portugal war alles blockiert: Lockdown. Jetzt, bei meiner zweiten Reise nach Portugal, waren 80% der Portugiesen geimpft. Es galt keine Testpflicht mehr um Essen zu gehen und Veranstaltungen zu besuchen. Nur für die Einreise war ein Antigen-Test notwendig. Doch am 9.12. wurde das Land über Nacht von den Schweizer Behören als Hochrisikogebiet eingestuft und auf die Quarantäneliste gesetzt. Es war unfassbar.

Grund für den Alarm war, dass am Lissabonner Flughafen bei etlichen Passagieren eines Flugzeuges aus Afrika, die Omicron-Variante entdeckt wurde. Portugal handelte sehr veranwortungsbewusst, aber leider "entwischten" einige der Fluggäste aus besagtem Flugzeug ungetestet. Deshalb musste per sofort wieder jedermann/-frau in Portugal, egal ob geimpft oder nicht, für Hotel-, Restaurant- und Krankenhau-besuche einen negativen Test vorweisen. Veranstaltungen wurden abgesagt und alle verfügbaren Test-Kapazitäten wurden hochgefahren. Die Warteschlangen vor den Apotheken waren trotzdem lang. 

Wie im März 2020 schien es vernünftig zu sein, sofort in die Schweiz zurück zu reisen. Doch wie damals entschied ich abzuwarten. Ich sah die rigorosen Massnahmen seitens Portugal und entdeckte, dass Portugal von keinem anderen Land als Virusvariantengebiet eingestuft wurde. Dies lies mich hoffen, dass es sich die Schweiz bis zu unserer Rückreise anders überlegt. Meine Intuition gab mir 4 Tage später recht: die Quarantänepflicht wurde von der Schweizer Regierung aufgehoben. Uff - nochmal gut gegangen.

Highlight 2: Castelo de Monsaraz 

das hübsche, historische Städtchen  ist von Weitem sichtbar
das hübsche, historische Städtchen ist von Weitem sichtbar

Schon am ersten Tag auf unserer Erkundungstour erblickte ich in der Ferne eine weiss leuchtende Statd auf dem Berg und fühlte eine starke Anziehung. Antonio sagte, dieser Ort liege bereits in spanischem Gebiet. Aber als wir zum Castelo von Monsaraz fuhren, kamen wir genau dieser Stadt näher und näher. 

Das Castelo de Monsaraz
Das Castelo de Monsaraz
Monsaraz enge Gassen
Monsaraz enge Gassen
liebevoll restaurierte Gebäude
liebevoll restaurierte Gebäude

Nur ein paar Kilometer von der spanischen Grenze entfernt erlebten wir einen Nachmittag mit einem herrlichen Blick über den weitverzweigten und verästelten Stausee. Das kleine, herausgeputzte Städtchen war herrlich ruhig, der Blick auf den glänzenden See mystisch. Kleine Cafés und Restaurant luden zum Verweilen und gucken an. Kein Wunder, ist das Städtchen im Sommer eine vielbesuchte Touristenattraktion!   

Der Blick vom Castelo aus zum Stause und zur Brücke nach Spanien
Der Blick vom Castelo aus zum Stause und zur Brücke nach Spanien

Portalegre und das eiskalte Hostel

Für die nächsten Erkundungen verliessen wir unser Ferienhäuschen in São Marcos do Campo und fuhren weiter nördlich nach Portalegre.

Weil es da ein günstiges Übernachtungsangebot gab, entschieden wir uns diesen Ort eine Woche lang zum Ausgangpunkt unserer Erkundungen zu machen. Wir ahnten beim Buchen allerdings nicht, wie kalt es in den riesigen Räumen des Hostels ist. 

Wenn wir am Morgen das Hostel verliessen, empfanden wir die 11 Grad Aussentemperatur geradezu als warm. Zwar stand in unser Schlafzimmer ein kleiner Elektroofen, aber der kam gegen die Kälte kaum an. In der Küche und im Aufenthaltsraum war es so kalt, dass ich meine Termohose anzog, wenn ich das Essen zubereiten wollte :-) An den sonnigen Tagen war es am Morgen um 10 Uhr zum Glück schön warm auf der Terasse.

Abgesehen davon gefiel uns das Hostel gut. Es ist der ideale Ausgangspunkt um den Naturpark Serra de S. Mamede zu erkunden. Das historische Gebäude hat Charme, knorrige Türen, Holztüren und -Treppen und gegenüber gibt es ein Café Concerto, mit einer herzige Sitzecke und köstlicher heisser Schokolade. 

das Pátio da Casa, Café Concerto
das Pátio da Casa, Café Concerto
"unsere" Sitzecke
"unsere" Sitzecke

Der Parque natural da Serra de São Mamede

Antonio und ich haben bei unserem Kennenlernen im Juli 2020 die Serra da Estrela bewandert. Da lernte ich, dass ein portugiesischer Naturpark sehr karg sein kann. Also war ich vorsichtig mit meinen Vorstellungen zur Serra da S. Mamede, die wenige Kilometer hinter unserem eiskalten Hostel liegt.

Ganz unerwartet fanden in diesem Naturpark viele Naturschönheiten und schöne Orte. Es ist unmöglich alles zu beschreiben, aber das was uns besonders gefallen hat, stelle ich Dir gerne vor und empfehle das Erkunden auf eigene Faust.

Highlight 3: Alegrete

Unser erster Abstecher in den Naturpark führte uns ins kleine Städtchen Alegrete. Es liegt weit abseits von jeder grösseren Stadt zwischen grün-braunen Hügeln, wunderbar ruhig und idyllisch. Sofort hätten wir da eine Wohnung bezogen, aber dieser Wunsch scheiterte.

Blick über Alegrete
Blick über Alegrete

Wir möchten auch in Zukunft ohne Auto auskommen, aber Alegrete hat keine öffentlichen Verkehrsmittel. Zwar könnten wir auf Taxisdienste ausweichen, aber Alegrete liegt so abseits, dass das zu kompliziert und zu teuer wäre. Schade, denn leere Wohnungen gäbe es hier genug und auch ein kleiner Supermarkt ist vorhanden.

die hohe Mauer - auf dem Weg zur Burg
die hohe Mauer - auf dem Weg zur Burg
die Gässchen von Alegrete
die Gässchen von Alegrete
die Burg von Alegrete
die Burg von Alegrete

Wir waren etwas enttäuscht, aber zum Glück gab es weitere Orte zu entdecken.

Highlight 4: Portagem 

In einem Reisebericht wurden die Wasserfälle des Naturparkt vorgestellt. Eine 3-stündige Rundwanderung von Portagem nach Marvão hätten wir gerne gemacht, aber durch die winterlich kurzen Tage war es einfach nicht möglich. 

Wir fuhren deshalb nach Portagem, bestaunten die bekannte römische Brücke und spazierten dem Fluss "Sever" entlang. Das tat uns nach den vielen Autofahrten und Stadtbesichtigungen gut. 

Spaziergang dem Sever entlang
Spaziergang dem Sever entlang

Besonders für Antonio war das ein lohnenswerter Moment, denn er konnte einen ganze Mütze voller Pilze sammeln, von denen er sagt, dass sie besser schmecken als jedes Schnitzel. Stimmte auch! 

Highlight 5: Marvão

Nach einem Picknick bei der römischen Brücke fuhren wir weiter Richtung Marvão. Schon zuvor war es regnerisch, nun zog Nebel über die hügelige Weite, die wir von Marvão aus überblicken konnten. 

Wolken und aufziehender Nebel unterhalb von Marvão
Wolken und aufziehender Nebel unterhalb von Marvão


Auf dem Weg Richtung Castelo erwartete uns ein wunderbares Wechselspiel zwischen Nebel, aufreissenden Wolken und Sonne. Es war windig, regnerisch, nass, kalt. Kein Wetter zum Spazierengehen, aber wir taten es doch, denn uns gefiel die Stimmung:  Nebel und Wolken rissen immer wieder auf, liessen die Sonne sichtbar werden und die Landschaft unter uns mal aufleuchten mal verschwinden.

Hier kommen wir an einem schönen Tag wieder vorbei, nahmen wir uns vor.  

versteckte sich hinter dichtem Nebel: das Castelo von Marvão
versteckte sich hinter dichtem Nebel: das Castelo von Marvão
eng, enger am engsten: die Gassen von Marvão
eng, enger am engsten: die Gassen von Marvão
die Häuser von Marvão
die Häuser von Marvão

Das Traumhaus - beinahe

klein, aus Stein mit Umschwung - ideal für uns?
klein, aus Stein mit Umschwung - ideal für uns?

Im Internet entdeckte ich ein kleines Haus, das für 270 Euro pro Monat in Paços da Serra zu vermieten ist. Wir nahmen also den langen und kurvenreichen Weg quer durch die Serra da Estrela auf uns und schauten es zusammen mit der Maklerin an.

Der Eingang
Der Eingang

Die Wohnung selbst besteht aus einer einfachen Küche und 2 kleinen Zimmern. In ein Zimmer hätten meine beiden Ohrsessel bestens gepasst, so dass wir ein gemütliches Lesezimmer für inspirierende Leseabende und eine Arbeitsecke hätten einrichten können.

Neben dem Haus fliesst ein Flüsschen. 

Dieser Sitzplatz im Schlafzimmer wäre wohl mein Lieblingsplatz geworden
Dieser Sitzplatz im Schlafzimmer wäre wohl mein Lieblingsplatz geworden

Ich mochte das Steinhaus mit seinen winzigen Zimmern und dem Umschwung auf Anhieb.

Hinter dem Haus gibt es einen Platz für einen Tisch, Stühle und Grill. Auch für ein kleines Gärtchen.

Besonders der alte Teil von Paços da Serra hat viele Häuser, die ähnlich gebaut sind. Viele dieser Gebäude sind verwaist. Offensichtlich hat hier ein massives Abwandern stattgefunden. Auch der ÖV existiert nicht mehr. Zwar hatte die Maklerin im Vorfeld gesagt, man könne den Schulbus nutzen, die Abklärung vor Ort zeigt, dass es keinen regelmässigen Betrieb gibt.

Leider zeigte dann das Ausmessen der Wohnung, auch noch, dass alle Zimmer eine Spur zu klein sind. Von Antonios Möbeln hätte nichts wirklich gepasst. 

Gründliches Überlegen liess uns zum Schluss kommen, dass dieses niedliche Haus für uns zum Zeit- und Geldfresser würde, weil wir erst Antonios Möbel verkaufen, verschenken oder verschrotten und dann vieles neu einkaufen müssten. Zudem muss ein Ofen in die Wohnung - das Cheminee alleine reicht zum Heizen nicht aus. All das würde uns viel Zeit kosten.

Wir haben uns also gegen das Häuschen entschieden, stufen dies jedoch nicht als Niederlage ein. Im Gegenteil: diese Besichtigung hat uns noch klarer gemacht, welche Kriterien für uns wichtig sind. Seither läuft auf meinem Computer ein Suchauftrag bei einigen Wohnungsportalen:

Gesucht wird...

Wohnung mit Ofen, wenn möglich mit Sitzplatz oder Gärtchen, max 400 Euro, in einem Umfeld das zum Wandern einlädt. Es muss ein Café, idealerweise eine Einkaufsmöglichkeit und mindestens 2x täglich per Bus oder Zug eine Anbindung nach Lissabon, Porto, Faro oder Bragança geben. Alles klar also! :-)

Im April 2022 werden wir die Suche fortsetzen und unseren Wohnsitz nach Portugal verlegen.

© 2019 besser-als-zuvor, Daniela Räber, Büren an der Aare, Schweiz
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